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Sich aufmachen

Erstellt von Pfarrer Harald Fleck | |   Top 3

Ab sofort wenden wir uns vom Pastoralteam 4 x die Woche, jeweils am Sonntag, Dienstag, Donnerstag und Freitag mit Impulsen, Gebeten, Anregungen und Gedanken an Sie.

Jeden Donnerstag lesen Sie etwas von Pfarrer Fleck, der mit einer Reihe über die hl. Messe, ihre Gebete, Texte und Riten startet.

„Ich brauch nicht, wenn die Glocken läuten in die Kirche rennen, um zu beten.“ Das hat Ihnen sicher auch schon einmal jemand gesagt. Stimmt, antworte ich dann meist. Das erwarten allerdings die wenigsten von einem Pfarrer, dass er da der gleichen Meinung ist. Und so füge ich dann meist hinzu: „Wenn ich mich rechtzeitig aufmache, dann brauch ich doch gar nicht in die Kirche zu rennen. Ich kann dann ganz gemütlich hinlaufen.“
Umgekehrt hat mir jemand mal mitgeteilt: Es tut mir gut, wenn ich mich in aller Ruhe auf den Messbesuch vorbereite, wenn ich ihn als festen und wichtigen Termin in meinem Kalender eintrage und, dank Smartphone, mich automatisch daran erinnern lasse, rechtzeitig in der Kirche zu sein.
So unterschiedlich sind die Menschen.
Aber muss ich tatsächlich auf den letzten Drücker zum Gottesdienst kommen?
Es tut mir gut, wenn ich mich in der jetzigen Zeit, in der ich die hl. Messe ohne physische Anwesenheit von Gläubigen feiere, auch rechtzeitig auf den Weg mache, mir in der Sakristei die Dinge richte, die ich brauche, sie in aller Ruhe in die Kirche trage und die liturgischen Gewänder anziehe. Das ist eine gute Einstimmung für mich. Dann habe ich noch einige Minuten der Stille, ohne etwas regeln zu müssen, um mich auf das vorzubereiten, was ich gleich für so viele Menschen, die gerne mit dabei wären, es aber zurzeit nicht können, tun darf: das eucharistische Opfer darbringen. Ich darf mich hineinbegeben in Leben, Leiden, Sterben und Auferstehen unseres Herrn und Gottes Jesus Christus.
Es ist mir wichtig, dass die Menschen zu Hause wissen, jetzt wird auch für sie die Messe gefeiert und sie können sich in geistiger Weise einbringen und auch unseren Herrn in der geistigen Kommunion empfangen.
Wenn auch Sie wieder in die hl. Messe gehen können, nehmen Sie sich die Zeit, kommen Sie in aller Ruhe zur Kirche, suchen Sie sich einen Platz der zu Ihnen passt. Das darf gerne auch recht weit vorne sein, ganz nah am Altar, in den vordersten Bänken. Gönnen sich 10 oder vielleicht auch 15 Minuten für das Gespräch mit dem Herrn. Sprechen Sie mit ihm, sagen Sie ihm ruhig, was sie alles mitbringen zu dieser Feier und freuen sich auf den Beginn, den die Sakristei¬glocke ihnen dann anzeigt.
Bis zum nächsten Donnerstag.
Verbunden im Gebet.

Ihr Pfarrer Harald Fleck




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