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Hl. Kreuz in Weilerbach

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Unsere Kirche ist das älteste Bauwerk im Dorf, errichtet auf einem Felsen an der Kreuzung zweier uralter Straßen. Ihr Charakter als mittelalterliche Wehrkirche zeigt sich im gedrungen-trutzigen Glockenturm, der mit 24 Metern in den Himmel ragt. Die Wehrkirche bot einst den Bewohnern des hiesigen Reichslandes Schutz in kriegerischen Zeiten, doch zuerst wurde sie erbaut als Haus Gottes und Ort des Glaubens.

Glockengeläut Weilerbach

Im letzten Drittel des 12. Jahrhunderts gingen die Baustile Romanik und Gotik ineinander über, so auch bei der Weilerbacher Kirche. Einzig die Seitenkapelle ist in reiner Romanik entstanden. Im Chorraum finden sich beide Stilformen: Das gotische Kreuzrippengewölbe schließt im Scheitelpunkt in einem Lamm-Gottes-Schlußstein, ein dreifaches Spitzbogenfenster durchbricht die Chorrückwand. Erstmals erwähnt wird die Kirche zusammen mit dem Dorf „Wilrebach“ in einer Urkunde von 1215. König Friedrich II. verlieh die Patronatsrechte an der Ramsteiner Mutterkirche samt der Filialen Weilerbach und Spesbach seinem Vasallen Reinhard von Lautern; der Sohn Siegfried von Hohenecken verschenkte 1253 diese Rechte an die Komturei des Deutschordens (Einsiedlerhof). Diese Deutschherren waren über 500 Jahre lang (bis 1793) verantwortlich für Wohl und Wehe unserer Kirche.
Kurz nach 1300 fungierte „Wilrebach“ als Gerichts-sitz im Reichsland und wurde auch Pfarrsitz. Das kurpfälzische Weilerbach konnte sich den religiösen Wirren der Reformationszeit nicht entziehen, zeitweise war die Kirche als Simultaneum ausgewiesen – bis ins Jahr 1806 zogen sich die Streitigkeiten zwischen Katholiken und Protestanten um die Besitzrechte hin. Im 30jährigen Krieg hatte die Kirche schwere Schäden erlitten.
Die Kirche „Heilig Kreuz“, die als weiteres Patrozinium den Erzengel Michael aufweist, besitzt einen spätromanischen Taufstein (um 1220), der zu den ältesten in der Pfalz zählt. Aus dem Jahr 1742 stammt ein schmuckes Tragekreuz; die Rokoko-Monstranz von 1772 war ein Geschenk der Komturei Maria Einsiedel; auch die geschnitzte Madonna stammt aus dem 18. Jahrhundert, ebenso der naturalistisch gestaltete weitere Figurenschmuck.
Bis 1933 wurde das Langhaus der Kirche vergrößert und mit elf Bildfenstern ausgestattet, die Heilige und biblische Gestalten zeigen. Die Stationen des Kreuzweges wurden von Friedrich Brey gemalt. In den 1960er Jahren wurde der barocke Jakobsaltar durch einen schlichten Sandsteinaltar ersetzt. Ins große Chorfenster wurde eine Kreuzigungsszene gesetzt, flankiert von den zwei kleinen Chorfenstern mit den Motiven des Sündenfalls und des Himmlischem Jerusalem. Bis 2015 wurde die Sakristei umgestaltet – sie bietet nun in einer stilvoll-rustikalen Optik auch einen Andachtsraum. (Kurt Schäfer / Achim Dittrich)

Kontakte:

  • Gemeindeausschuss: Gabriele Blanchard, Vorsitzende; Dieter Müller; Heinz Ryczek; Michael Gras; Christel Parr; Simone Schäfer, Protokoll; Christian Bauer; Christine Mumme; Thomas Mumme; Peter Schmidt; Elisbeth Franck, Mitglied Verwaltungsrat
  • Pfarreirat: Gabriele Blanchard
  • Verwaltungsrat: Elsbeth Franck

Aktivitäten:

  • Kirchenchor St. Cäcilia (Herr Herrlinger)
  • Kath. Frauengemeinschaft (Angelika Döngi)
  • Kolpingfamilie (Cornelia Blauth)
  • Familiengottesdienstkreis (Hildegard Wirsching)
  • Jugendband (Hildegard Wirsching)
  • Messdienergruppe (Mariam Wirsching)

 

 

 

Odyssee eines Altars

Erstellt von Kurt Schäfer, Weilerbach | |   Weilerbach

Der ehemalige Weilerbacher Jakobsaltar schmückt heute die Heilig-Kreuz-Kirche von Landau.

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St. Johannes in Schwedelbach

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Nachdem die Schwedelbacher Katholiken Jahrhunderte lang in Weilerbach die sonntägliche Heilige Messe gefeiert hatten, wurde am 9. Dezember 1929 der erste Spatenstich für eine Filialkirche getan. Mit viel Eigenleistung ortsansässiger Handwerker und Bauern wurde die kleine Dorfkirche in knapp einem Jahr erbaut. Die festliche Einweihung fand am 16. November 1930 durch Bischof Ludwig Sebastian statt. 

Glockengeläut Schwedelbach

Die „Pfälzische Landeszeitung Speyer“ veröffentlichte dazu folgenden Bericht: „In feinen künstlerischen Proportionen aufgebaut, thront das neue Gotteshaus auf einem Hügel. Das Baumaterial, bläuliche Reichenbacher Sandsteine, macht einen wohltuenden Eindruck. Ein schlanker Dachreiter, mit Schiefer gedeckt, auf einer Eisenkonstruktion des Eisenwerkes Kaiserslautern ruhend, krönt die Eingangsseite.
Treten wir in das Innere: Ist auch noch der einfache Verputz sichtbar, so nimmt den Besucher ein freundlicher, lichter Raum auf, was ganz besonders der gelungenen Anbringung und Verglasung der Fenster zu verdanken ist. Drei Stufen führen empor zum Chor, in welchem ein Fenster mit einem Glasgemälde des Kirchenpatrons Johannes des Täufers zu sehen ist. Ein schlichter Steinaltar, der seinem Erbauer, dem hiesigen Steinmetz, alle Ehre macht, hat vorerst nur einen provisorischen Aufsatz. Der Hochaltar war eine spätere Stiftung eines Schwedelbacher Bürgers.
Am Chorbogen rechts ist die Kanzel, mit Aufgang aus der Sakristei, links ein Nebenaltar aus Stein, ebenfalls ein Werk des hiesigen Steinhauers. Die Akustik ist, dank der gebrochenen Holzdecke hervorragend.“
Erst 1951 konnten zwei Glocken angeschafft werden, die Bischof Joseph Wendel weihte. 1987 wurde eine Orgel der Firma Zimnol eingebaut, ein eigener Kirchenchor gestaltete bis 2014 die Liturgie mit; das jährliche Adventskonzert war nah und fern sehr beliebt.
Zwei größere Renovierungen hat die Kirche bis heute erfahren. 1980 wurde der alte Hochaltar ab- bzw. umgebaut, zu einem schlichten Volksaltar. 2005 wurde die Kirche im Innenraum neu gestaltet und statt nüchternen Weiß „bekennt“ sie jetzt „viel Farbe“.
Schwedelbach besitzt auch ein katholisches Pfarrhaus, das von 1952 bis 1964 einen Kuraten beherbergte, Rudolf Dengel, der täglich die Heilige Messe in Schwedelbach halten konnte.
(Michael Gras / Achim Dittrich)