Was bisher geschah …
In zwei großen Diskussions- und Beratungsphasen wurden im ganzen Bistum – auch bei Veranstaltungen in unserer Pfarrei – Rückmeldungen und Verbesserungsvorschläge zu den beiden Entwürfen vom November 2024 und November 2025 eingesammelt. Darüber hat die Diözesanversammlung im Juni 2026 abschließende Voten an den Bischof beschlossen, die nun schrittweise zur Umsetzung kommen sollen.
Warum die neue Struktur?
Vereinfacht gesagt stand am Anfang die Frage, wie man das knapper werdende pastorale Personal so einsetzen kann, dass noch eine vernünftige Teamarbeit möglich ist und niemand vor Ort „vereinsamt“. Kräfte und Ressourcen sollen gebündelt werden. Neben den Pastoralteams betrifft das vor allem die Verwaltung.
Wie ist die äußere Struktur?
Aus 70 Pfarreien werden 9 Pfarreien. Die bisherigen 10 Dekanate werden dafür ersatzlos gestrichen. Unterhalb der Pfarreiebene kann und soll es wie bisher Gemeinden geben.
Wofür spielt die Pfarreiebene eine Rolle?
Drei Dinge sind künftig organisatorisch (nicht unbedingt räumlich!) auf Ebene der neuen Pfarreien angesiedelt: die Leitung, die Verwaltung und das Pastoralteam. Geleitet wird die Pfarrei von einem dreiköpfigen Pfarreivorstand, bestehend aus Pfarrer, Pfarreireferent/in und Pfarramtsleitung. Es wird einen zentralen Sitz geben (für den Pfarreivorstand und das zentrale Pfarrbüro); sowohl die Verwaltung als auch das Pastoralteam werden jedoch zusätzlich an Außenstellen in den bisherigen Pfarrämtern verortet sein.
Was ist der Unterschied zur bisherigen Pfarrei?
Ein pastorales Zentrum (mit einem zentralen Gottesdienstort) ist – anders als bisher – nicht vorgesehen. Dafür wären die neuen Strukturen auch flächenmäßig zu groß. Da trotzdem nicht überall alles flächendeckend geleistet werden kann, sind hierzu Entscheidungen in den Gremien vor Ort erforderlich, wo innerhalb der neuen Pfarrei Schwerpunkte gesetzt werden.
Wer gehört zu unserer neuen Pfarrei?
Darüber gab es viele Diskussionen und mehrere Entwürfe. Nach der letzten Entscheidung besteht die neue Pfarrei Kaiserslautern-Donnersberg (Arbeitstitel) aus neun bisherigen Pfarreien: Das sind die drei Pfarreien der Stadt Kaiserslautern (Heilig Geist, Heiliger Martin, Maria Schutz), die Pfarrei Otterberg sowie die fünf Pfarreien des bisherigen Dekanates Donnersberg (Feilbingert, Göllheim, Kirchheimbolanden, Rockenhausen, Winnweiler). Diese neun Pfarreien werden rechtlich aufgehoben und zu einer neuen Pfarrei zusammengefasst.
Welche Gremien gibt es in der neuen Pfarrei?
Auf Pfarreiebene wird es den Verwaltungsrat (ähnlich wie bisher) sowie den sogenannten Pfarrsynodalrat (vereint den bisherigen Pfarreirat und den bisherigen Dekanatsrat) geben, auf Gemeindeebene das Gemeindeteam, das aus Ehrenamtlichen besteht, die im Rahmen einer Gemeindeversammlung bestimmt werden. Das Gemeindeteam soll über ein eigenes Budget verfügen können.
Gibt es schon einen Zeitplan für die Umsetzung?
Nein – aber es gibt zumindest schon einen Zeitplan für den Zeitplan. Bis zur Diözesanversammlung am 31. Oktober 2026 soll es einen Zeitplan geben.
Was ändert sich bei uns vor Ort?
Das hängt im Wesentlichen von den Aktiven vor Ort ab. Was aus eigenen Kräften weiterhin möglich ist, wird es auch weiterhin geben. Das hauptamtliche pastorale Personal wird sich allerdings in den nächsten Jahren zahlenmäßig erheblich reduzieren. Auch die Ehrenamtlichen werden vielerorts weniger. Die finanziellen Ressourcen gehen ebenfalls drastisch zurück. Deshalb wird es auch Abschiedsprozesse von bewährten Formaten, Veranstaltungen und sicherlich auch Gebäuden geben müssen. Das alles wäre allerdings auch unabhängig von dem konkreten Veränderungsprozess nötig. Persönliche Kontakte und Verbindungen mit Priestern und pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bleiben weiterhin existenziell wichtig.
Ist das alles?
Das ist eine ganz kurze Zusammenfassung. Die kompletten Dokumente einschließlich der Rückmeldungen aus den zwei Beratungsphasen sind auf der Homepage des Bistums Speyer abrufbar.
Wie geht es weiter?
Wir sind kirchlich in einem Umbruchsprozess, der allen viel abverlangt. Dieser Strukturprozess ist der Versuch, „das Beste draus zu machen“. Das gilt für den jetzigen Moment mit unserem heutigen Wissen. Vielleicht entwickeln sich die Dinge ja auch ganz anders als gedacht. In jedem Fall besteht kein Grund, Hoffnung und Zuversicht zu verlieren. Die Kirche war schon mit weit schwierigeren Veränderungen konfrontiert und hat immer wieder neue Wege gefunden.
Alle, die bereit sind, das kirchliche Leben auch in der Zukunft mitzugestalten, sind dazu herzlich willkommen. Alle sind eingeladen, den Prozess mit ihrem Gebet zu begleiten, Handlungsbedarfe wahrzunehmen und auch Menschen zu unterstützen, die sich mit den Veränderungen schwertun. Dann kann etwas Gutes daraus werden.
(Diese Zusammenfassung wurde erstellt von Pfarrer Dr. Christoph Hartmüller.)
Eine erste Gelegenheit, miteinander über das neue Konzept ins Gespräch zu kommen, ist beim Gesprächsabend am Freitag, 13. November 2026 um 19:30 Uhr in der Pfarrscheune Weilerbach.
Alle Interessierten sind zu diesem Austausch eingeladen.